Festgottesdienst in Lübeck-Mitte mit Bezirksapostel Rüdiger Krause

„Darum spricht Gott der HERR: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein,

einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht.“ (Jesaja 28, 16)

Wenn vom Eckstein die Rede ist, geht es bestimmt um etwas Besonderes. Und das war der Fall, als unser Bezirksapostel Rüdiger Krause mit allen aktiven Aposteln und Bischöfen seines Wirkungsbereiches sich am Sonntag, 15. Mai 2022, zum Gottesdienst nach Lübeck begeben hatte. Auch Gottesmänner verschiedener Amtsstufen im Ruhestand waren zugegen. Zu unser aller großen Freude konnte auch der liebe Stammapostel i. R. Leber mit seiner Gattin dabei sein. 

 

Der Anlass: Ruhesetzung unseres Bischofs Rainer Knobloch!

 

Unser Bezirksapostel betonte in seinem Dienen die besondere Bedeutung eines Ecksteines: das ist dem Bauhandwerk entlehnt, weil dort derselbe die „Richtung“ aller weiteren handwerklichen Tätigkeiten bei einem Bauwerk vorgibt. Der Prophet Jesaja wurde von Gott angewiesen, dieses Beispiel auch für die Bedeutung seines Vorhabens mit dem auserwählten Volk Israel zu vermitteln. Und Ausrichtung war auch dringend erforderlich, weil die „Regierenden“ in Jerusalem (wieder einmal) ihre eigenen Vorstellungen von verantwortlichem Handeln hatten. Sie verließen sich nämlich mehr (oder ausschließlich) auf die von ihnen geschlossenen politischen Bündnisse. Etwa mit den Ägyptern.

Ja, sie neigten sogar zu okkulten Praktiken. So wiegten sie sich in Sicherheit. Das war alles andere als Vertrauen auf Gott. Da trat Jesaja auf den Plan und erinnerte sie mit diesen Worten aus Kap. 28, Vers 16, an die göttlichen Weisungen. Nur so würden die Feinde besiegt werden können. Nur wer sich dieses göttliche Fundament zu Eigen macht, würde den Sieg erringen. Allein das Vertrauen auf die Zusage, mit der sich Gott an „Zion“ gebunden hat, könne vor dem Untergang bewahren.

 

Unser Bezirksapostel rief die Gemeinde auf, sich immer wieder auf die Hilfe des HERRN zu besinnen. Niemand möge sein Gottvertrauen verlieren. Mögen wir auch nicht untätig sein, dem HERRN zu dienen. Seines Beistandes könnten wir versichert sein. Ein Ereignis aus der Zeit der Jünger

Jesu nahm der Bezirksapostel zum Anlass, das der Gemeinde zu verdeutlichen. Es war der Tag, an dem die Jünger enttäuscht vom Fischfang zurückkehrten. Sie hatten nichts gefangen. Der HERR stand am Ufer und hieß sie, noch einmal hinaus zu fahren, und das Netz zur anderen Seite auszuwerfen. Der Erfolg war überwältigend, obwohl der Rat ihres Meisters gegen alle Regeln der Fischerei verstieß. Sie wurden nach ihrem zweiten Fischzug schon vom HERRN am Ufer erwartet. Er hatte ein Feuer angezündet, und nötigte sie, Fische zum Verzehr zuzubereiten. Das war göttliche Fürsorge. Man kann sich die Dankbarkeit und das Wohlergehen der Jünger unschwer vorstellen.

So können auch wir den HERRN erleben, wenn wir uns an seine Ratschläge halten. Es würde uns möglich sein, Frieden zu finden und diesen weiter zu geben. Das wäre auch ein Beitrag zum Wohlergehen für unser Umfeld im Alltag.

 

Nun kam der Augenblick, in dem Bischof Knobloch noch einmal zum Mitdienen an den Altar gerufen wurde. Das tat dieser mit bewegten Worten, aus denen wir spürten, mit wie viel „Herzblut“ er in all den Jahren seines Dienens im Werke Gottes gewirkt hat. Er ließ uns wissen, wie wohl ihm der Blick in die Gemeinde tue. Dort nehme er gläubige und opferbereite Seelen wahr. Sein Dank ging an die Segensträger, unter denen er dienen durfte. Aber auch an die Gemeinden, seine Ehefrau und alle aus seiner Familie. Wir spürten, wie wichtig ihm das „Tagwerk für den Heiland“ war.

Der Bischof hatte auch ein Beispiel in Bezug auf den im Gottesdienst erwähnten „Fischfang“ aus seinem „Erlebnisschatz“ dabei. Es ging um einen Glaubensbruder aus Norwegen, der ein Amt empfangen sollte. Da er Fischer von Beruf war, bat er den HERRN um ein Zeichen: würde er beim nächsten „Turn“ so viel Fische fangen, dass er mit dem Erlös davon die Kosten für die Fahrt nach Hamburg (Ort der geplanten Ordination) bezahlen könne, dann wüsste er, dass es gottgewollt sei, und er würde das Amt annehmen. Ausgang: es kam, wie erbeten!

 

Jetzt fasste der Gemeindechor unser aller Gefühle zusammen in die Worte des Liedes: „Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn, dich will ich lieben, dich will ich ehren, meiner Seelen Freud und Kron´.“

 

Der Bezirksapostel erwähnte die Anwesenheit des Bezirksapostel-Helfers Mutschler und rief diesen ebenfalls zum Mitdienen an den Altar. Dieser war bestens mit den damaligen Zu- und Umständen vertraut, über die unser Bibelwort berichtete. Wie damals sei auch heutzutage das Gottvertrauen wichtiger als „politische Bündnisse“. Aktuell mögen viele meinen, dass die Welt „aus den Fugen“ geraten sei und große Sorgen um die Zukunft haben. Da sei es ratsam, sich auf Gottes Beistand zu besinnen und die Liebe zueinander zu pflegen. Die Kraftquelle dazu könne im nun gleich folgenden Teil des Gottesdienstes sein: die Sündenvergebung und die Feier des Heiligen Abendmahles.

 

Es war uns nun ein herzliches Bedürfnis, zum „Tisch des HERRN“ zu treten. Auch für die Entschlafenen gab es „Brot und Wein“ über die Gottesmänner, die dazu zum Altar gerufen worden waren: Bischof Knobloch und Bezirksevangelist Karbinski.

 

Jetzt war es soweit, dass die Ruhesetzung des Bischof Knobloch erfolgen konnte. Dieser hatte sich erbeten, nicht vom wohlverdienten Ruhestand zu sprechen. Das hat der Bezirksapostel auch (weitgehendst) respektiert. Natürlich durfte aber ein „kurzer“ Blick in die „Amtsvita“ des Bischofs nicht fehlen. Immerhin habe er 46 Jahre in etlichen Ämtern der Kirche gedient.

Wobei sein Dienen vorbildlich gewesen sei. Allerdings sei der Bischof auch ein Mann klarer Worte gewesen und hätte sich durchaus auch kritisch zu manchen Themen zu Wort gemeldet. 1976 hätte Rainer Knobloch das Unterdiakonen-Amt empfangen. Seit 2014 diene er als Bischof. Nun habe er wirklich einen gesegneten Ruhestand verdient, in den er jetzt versetzt wurde.

Nach dem Gottesdienst war Gelegenheit, dem Bischof gute Wünsche auszusprechen. Die hat er mit viel Freude und Dankbarkeit entgegen-genommen.

 

Last but not least: Die Lübecker Kirche war mit über 230 Besuchern gut besetzt. Der Orga-Dienst hatte die Platzierungen der Teilnehmenden hervorragend vorbereitet. Die geltenden Pandemie-Vorschriften konnten ohne Probleme eingehalten werden. Da zeigte sich einmal mehr der Vorteil, dieses große Gotteshaus zur Verfügung zu haben!

Vom Raumvolumen profitierte auch der Gemeindechor. Desgleichen die Orgel und die Violine, die zum Einsatz kamen. Die Vorträge waren sorgfältig einstudiert, und die Melodien fanden reichliche Klangentfaltung. Frederike Baumgärtner war eine Dirigentin, die die Sängerinnen und Sänger mit angemessener Mimik und Gestik zu wunderbarem Wirken motivierte. Es war eine Freude, das zu erleben.